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Weniger Agitation – Mehr Information und Sachlichkeit

In der Morgensendung des Deutschlandfunks am 30.10.2020 wurde leider eindrucksvoll vorgeführt, was ein seriöser Rundfunksender unterlassen sollte: Information mit Agitation verwechseln!

Der Deutschlandsender (Christoph Heinemann) führte ein Interview mit dem Co-Vorsitzenden der AfD, Alexander Gauland. Das Interview wurde zum Thema der Beschlüsse der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten der Länder über die vorgesehenen Einschränkungen für die Bürger im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie angekündigt. Die AfD hatte im Bundestag – genau wie die FDP – erhebliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Beschlüsse der Bundeskanzlerin und der Ministerpräsidenten der Länder geäußert und dieses in unserem Grundgesetz nicht vorgesehenen Gremium, das von der Bundeskanzlerin selbst als “Coronakabinett” bezeichnet wurde, als ein Art Kriegskabinett bezeichnet. Im Verlauf des Interviews versuchte der Journalist des Deutschlandfunks den Vorsitzenden der AfD durch rhetorische  und mehr als polemische Fragestellungen in eine rechte Ecke zu rücken. Gauland hatte im Bundestag erklärt, daß beim Straßenverkehr Verkehrstote billigend in Kauf genommen werden, weil sonst der gesamte Straßenverkehr verboten werden müßte. Bei Erkrankungen durch Viren sei es ähnlich, man wird auch hier abwägen müssen, welche Maßnahmen zur Vermeidung von Todesfällen möglich seien. Allerdings wird man auch hier – wie beim Straßenverkehr – keine absolute Sicherheit erreichen. Der Rundfunkjournalist versuchte durch seine offensichtlich unsachliche Fragestellung bei den Hörern den Eindruck zu vermitteln, daß der Vorsitzende der AfD keine Achtung vor dem Leben von Menschen habe. Auch die weiteren Fragen, die teilweise mit dem eigentlichen Thema gar nichts zu tun hatten, sollten den Vorsitzenden der AfD in einer rechtsextremen Ecke erscheinen lassen.

Die eigentliche Fragestellung, warum ein nach der Verfassung nicht vorgesehener Kreis massive freiheitseingreifende Maßnahmen beschließt und dann einen Tag später dies dem Bundestag “zum Absegnen” vorlegt, wurde von dem Journalisten nicht gestellt. Es wurde auch nicht gefragt, warum sich die Abgeordneten ein solches Verfahren gefallen lassen. Aber wahrscheinlich ging es nur darum, den Hörern gegenüber ein nicht akzeptables Bild von der AfD zu vermitteln. Qualitätsjournalismus ist dies nicht!

Der Gerechtigkeit gegenüber muß doch festgestellt werden, daß in den nachfolgenden Nachrichten des DLF die Einlassungen des Vorsitzenden der AfD, Alexander Gauland, die er im Interview äußerte, sachlich dargestellt wurden. Das zeigt, daß es auch noch seriöse Journalisten gibt.

Mein Wunsch ist, daß der Deutschlandfunk  sachlich berichtet und Meinung und Kommentar strikt trennt. Vielleicht müssen einige Qualitätsjournalisten einmal wieder eine journalistische Fortbildung absolvieren.

Von Bornemann

Ihre Sprache ist ihr Geist, und ihr Geist ist ihre Sprache; man kann sich beides nicht identisch genug denken. (Alexander von Humboldt)

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